Der Rechenzentrumsmarkt glüht – und Polen mischt mit

2 Juli 2026
data center market
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Ein Markt, der nicht abbremst

Rechenzentren sind längst keine unsichtbare Hintergrundinfrastruktur mehr, sondern eines der heißesten Segmente der digitalen Wirtschaft. Der globale Markt wurde 2025 auf rund 270 Mrd. USD beziffert und soll 2026 auf fast 300 Mrd. USD steigen – bis 2034 auf über 699 Mrd. USD bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 11%. Das Ausmaß des Ausbaus ist beispiellos: Die Branche dürfte ihre Leistung nahezu verdoppeln und zwischen 2025 und 2030 rund 97 GW hinzufügen, womit die globale Kapazität 200 GW erreicht.

Warum so heiß? In einem Wort: KI

Der Haupttreiber ist künstliche Intelligenz. Das Training und der Betrieb von KI-Modellen erfordern enorme Rechenleistung, was zu einer explosionsartigen Nachfrage geführt hat. Der Markt für KI-Rechenzentren wurde 2025 auf rund 147 Mrd. USD geschätzt und dürfte mit etwa 24% pro Jahr wachsen. Die Folgen zeigen sich beim Stromverbrauch: Laut der Internationalen Energieagentur wird sich der Strombedarf der Rechenzentren von 485 TWh im Jahr 2025 auf rund 945–950 TWh im Jahr 2030 verdoppeln – so viel, wie ganz Japan heute verbraucht. Allein der Verbrauch der KI-Rechenzentren dürfte sich verdreifachen.

Hinzu kommen die Cloud-Migration, der 5G-Ausbau, Streaming und die Digitalisierung der Unternehmen. Fachleute schätzen, dass KI bis 2030 die Hälfte aller Rechenzentrums-Workloads ausmachen könnte, wobei sich der Schwerpunkt vom Training hin zur breiten Anwendung (Inferenz) verlagert.

Polen – der neue Investitionsmagnet Mitteleuropas

Zunehmend rückt Polen in den Fokus. Der nationale Markt, 2025 auf rund 1,3–1,9 Mrd. USD beziffert, dürfte sich bis 2031 nahezu verdreifachen, mit zweistelligen jährlichen Wachstumsraten. 2025 zog Polen über 6 Mrd. USD an Investitionszusagen für KI-Infrastruktur von Hyperscalern und Unternehmen an und festigte damit seine Position als führender Technologie-Hub der Region.

Microsoft kündigte rund 700 Mio. USD für den Ausbau von Cloud-, KI- und Cybersicherheitsinfrastruktur an und entwickelt die Region Azure Poland Central weiter – die erste Hyperscale-Cloud-Region in Mittel- und Osteuropa. Google wiederum unterzeichnete mit der polnischen Regierung eine strategische Partnerschaft zu KI, Energie und digitalen Kompetenzen.

Polens Stärken sind konkret: die Lage zwischen Westeuropa und den östlichen Märkten, um 40–60% niedrigere Betriebskosten als in Westeuropa, ein kühleres Klima, das effiziente Kühlung begünstigt, sowie ein Netzbetreiber, der bis 2034 bereits 1200 MW Leistung für Rechenzentren reserviert hat. Warschau – mit rund 31 Anlagen und fast 70% der nationalen Kapazität – stieg unter den europäischen Zukunftsstädten für Investoren auf den dritten Platz hinter London und Dublin auf, während Krakau, Breslau, Posen und Kattowitz nachrücken.

Fazit

Den Rechenzentrumsmarkt treibt die KI-Revolution an, die sich in den kommenden Jahren eher beschleunigen als verlangsamen dürfte. In diesem globalen Wettlauf entwickelt sich Polen zu einem der vielversprechendsten Standorte Europas – mit niedrigen Kosten, günstiger Lage und starker Unterstützung der größten Technologiekonzerne.

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